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März 7, 2016

8.März 2016 – Internationaler Frauentag Feiern oder Kämpfen ?

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Die Arbeiterklasse wird im Kapitalismus unterdrückt und ausgebeutet. Die Frauen der unterdrückten Klassen werden besonders unterdrückt und ausgebeutet. Die herrschende Kapitalistenklasse will uns mithilfe der jahrtausendalten, patriarchalen Strukturen von unserer Klasse losspalten, um uns alle zu schwächen und leichter und gezielter unterdrücken zu können.

Zur Situation der Frauen weltweit –
Zahlen und Fakten:

Frauen stellen die Hälfte der Menschheit (rund 3,5 Mrd.), erbringen weltweit 52 % aller Arbeitsleistungen, erhalten aber nur 10 % des Welteinkommens und besitzen 1 % des Eigentums. Von der geleisteten weiblichen Arbeit wird nur ein Drittel bezahlt. Dies gilt mit geringen Unterschieden sowohl für unterdrückte wie imperialistische Länder. 2/3 der weltweit 1,3 Milliarden Menschen, die in Armut leben sind Frauen.
Die Frauen der unterdrückten Länder produzieren zwischen 60 und 80 % der Grundnahrungsmittel und leisten den Großteil der Arbeit in Landwirtschaft und Haushalt. Der Anteil der Frauen im informellen Sektor (Kleinhandel, Handwerk, Heimarbeit) wird auf 60 % geschätzt. Dies sind Arbeiten zu Niedrigstlöhnen ohne Sozialversicherungen oder rechtlichen Schutz, die volkswirtschaftlich nicht erfasst werden.
Auch in den Industriestaaten betragen die Durchschnittslöhne für Frauen (außerhalb der Landwirtschaft) immer noch 75 % des Einkommens der Männer.
Jährlich sterben eine halbe Million Frauen bei der Geburt des Kindes oder an Komplikationen
während der Schwangerschaft. In vielen Gesellschaften sind Frauen und Mädchen schlechter ernährt und krankheitsanfälliger. Weltweit nimmt die Gewalt gegen Frauen zu (körperliche, sexualisierte, psychisch-emotionale, soziale und ökonomische Gewalt). Jede fünfte Frau in Österreich erlebt als Erwachsene körperliche und sexuelle Gewalt. 90 % aller Gewalttaten geschehen im nahen sozialen Umfeld. Allein in Deutschland sind nach Schätzungen vier Millionen Frauen häuslicher Gewalt ausgesetzt.
Die Gemüter erhitzen sich über die öffentlichen sexuellen Übergriffe zum Zwecke des Taschendiebstahls in den Silvesternächten deutscher Städte. Diese zu Recht als sexualisierte Gewalt bezeichneten Kriminaldelikte imitieren die sexuelle
Gewalt der Einheimischen bzw. missachten deren Monopolanspruch, fallen aber, statistisch gesehen, kaum ins Gewicht; sie sind Quantité négligeable gegen die einheimischen Verbrechen dieser Art. Moralisch sind sie natürlich ebenso scharf zu verurteilen.

Millionen und Abermillionen Menschen aus Afrika und Asien, vor allem aus dem Mittleren Osten, verlieren durch die Ausbeutung und Kriegspolitik der Imperialisten, ihre Lebensgrundlagen in ihren Ländern. Sie fliehen auf der Suche nach einer neuen Heimat, um zu überleben. Sie fliehen vor den Stellvertreterkriegen der Großmächte, vor Hunger, Elend, Umweltzerstörung und Vernichtung.
Die Verursacher dieser neuerlichen weltweiten Völkerwanderung sind die imperialistischen Monopole, ihre Staaten, ihre Gier nach Maximalprofit. Laut UNHCR waren 2014 60 Millionen Menschen auf der Flucht (innerhalb und außerhalb des eigenen Landes) – die Hälfte davon sind Frauen.
Europa, USA, Kanada, Russland, Japan, China sie führen einen Neuaufteilungskrieg um Einflußspähren und Ressourcen rund um den Globus.
Wenn dann, oh Wunder!, die erzeugte Migration in Europa ankommt, nutzt das Kapital sie einerseits um den Lohnverfall am Arbeitsmarkt zu forcieren (Lohndumping), andererseits will sie die überschüssige Arbeitskraft den arbeitenden Menschen zur Last legen und die Sozialbezüge beschneiden. Damit mehrt sich wiederum die unbezahlte Arbeit, der allemal Frauen als Männer näher gestellt werden.

Die aktuelle Situation der Frau in Österreich

Die Erwerbstätigenquote der 15 bis 64 jährigen Frauen stieg in den letzten zehn Jahren von 61,6 % (2003) auf 67,6 % (2013). Damit liegt sie deutlich über dem EU-Durchschnitt (58,8 %). 2013 waren 70,6 % der Frauen im Alter von 25 bis 49 Jahren mit Kindern unter 15 Jahren teilzeitbeschäftigt (Männer zu nur 6,5 %).

Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in Österreich:

Betrachtet man die Einkommenssituation aller unselbständig Erwerbstätigen, so lagen die mittleren Bruttojahreseinkommen der Frauen 2013 um 39,1 % unter jenen der Männer. Bezogen auf die ganzjährig Vollzeitbeschäftigten sank die Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern von 22,5 % im Jahr 2004 auf 18,2 % 2013. Vergleicht man die auf Bruttostundenverdienste standardisierten Löhne und Gehälter von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft, dann sank der „Gender Pay Gap“ laut Eurostat von 25,5 % 2006 auf 23,0 % 2013. Im EU-Vergleich zählt Österreich damit weiter zu den Ländern mit den größten geschlechtsspezifischen Lohnunterschieden. In Schweden (15,2 %) oder Dänemark (16,4 %) liegt der „Gender Pay Gap“ dagegen trotz hoher Frauenerwerbstätigkeit und hoher Teilzeitbeschäftigung der Frauen unter dem bzw. im EU-Durchschnitt (EU-27: 16,4 %). Alleinlebende Pensionistinnen, Alleinerzieherin-nen und Migrantinnen sind besonders armutsgefährdet!
Niedrigere Erwerbseinkommen und Versicherungsverläufe, die vor allem durch Kindererziehung Lücken aufweisen, führen auch zu niedrigeren Pensionen. Die mittlere Alterspensionen der Frauen lag laut Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger im Jahr 2013 mit 852 Euro um 51,8 % unter jener der Männer mit 1.769 Euro. Laut EU-SILC 2013 waren 24 % der alleinlebenden Pensionistinnen, aber nur 11 % der alleinlebenden Pensionisten armutsgefährdet. Ein-Eltern-Haushalte – das sind fast ausschließlich Frauen mit ihren Kindern – haben mit 27 % ebenfalls ein erhöhtes Armutsrisiko.
Zahlen und Fakten: Statistik Austria

Gleichstellung ist keine Gleichberechtigung!

In einer Klassengesellschaft bedeutet Gleichberechtigung gleichberechtigt unterdrückt zu werden:
Unter kapitalistischen Verhältnissen bedeutet Gleichberechtigung für eine Frau, eine eigenständige Kapitalistin zu sein, eine führende Position einzunehmen, oder – für die Arbeiterin bedeutet es – gleiche Unterdrückung und Ausbeutung wie für den Arbeiter. Der Kampf um Gleichstellung hat seine Berechtigung, hat aber kein identisches Ziel, denn ihm liegen grundlegend unterschiedliche Interessen zugrunde. Die Arbeiterinnen haben ebenso wenig Interesse daran ausgebeutet zu werden, wie die bürgerliche Frau kein Interesse zeigt, ihre Privilegien und Machtpositionen freiwillig aufzugeben – es würde ihre bisherige Existenz und Identität zerstören und den radikalsten Bruch mit ihrer eigenen Klasse, eine Unterordnung ihrer Interessen unter die Führung der ArbeiterInnenklasse fordern. So sind es einzig die Arbeiterinnen und werktätigen Frauen, welche ein objektives Interesse an der Zerschlagung dieses Systems haben. Nur mit der aktiven Beteiligung der Arbeiterinnen am Klassenkampf kann Unterdrückung und Diskriminierung konsequent bekämpft werden. Ein konsequenter Kampf für unsere Interessen als Frauen der ArbeiterInnenklasse bedeutet uns nicht mit Reformen, „Zugeständnissen“ (rechtlichen Verbesserungen, mehr Lohn, gleichgeschlechtliche Ehen usw.) der Herrschenden abspeisen zu lassen und die Klassenspaltung hinzunehmen. Als Arbeiterinnen müssen wir Gleichberechtigung in unserer Klasse einfordern und erkämpfen, sowie unseren Posten in der ersten Reihe im Klassenkampf beziehen! Als Kommunistinnen kämpfen wir Schulter an Schulter mit den fortschrittlichen und revolutionären Angehörigen unserer Klasse – für die Zerschlagung des Kapitalismus, des bürgerlichen Staates und all seiner Unterdrückungsmechanismen!
Klassenbefreiung ist Frauenbefreiung!
Denn eins ist klar: Unter der Herrschaft des Kapitals werden wir, sowie die gesamte Klasse der ArbeiterInnen niemals frei sein. Auch um gegen die spezielle Unterdrückung der proletarischen Frauen konsequent zu kämpfen, müssen wir eine neue Gesellschaft errichten – eine im Interesse der ArbeiterInnenklasse, den Sozialismus.

Keine Revolution ohne Frauenbefreiung –
Keine Frauenbefreiung ohne Revolution!

Leben in Elend und Unterdrückung oder
organisieren und Kämpfen!

 

Sa., 5.3.: 15.00 Uhr internationalistisch-kämpferische Frauentags-Demonstration, Treffpunkt: Westbahnhof
Di., 8.3.: 17.00 Uhr Frauen-Lesben-Frauentags-Demo gegen Sexismus, Rassismus und Krieg, Treffpunkt: Praterstern

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