Veranstaltung der Subversiven Kantine mit Kurzfilmen und Diskussion zu PC und Handy
26.03.2008, EKH, Beginn 20 Uhr, ab 19 Uhr Volksküche
Rohstoffe, Fertigungsprozess, Entsorgung. Arbeitsbedingungen. Spezifische Rohstoffkriege – ausnahmsweise mal nicht ums Öl. Umweltzerstörung und gesundheitliche Desaster.
Jedes Jahr werden ca. 800 Millionen PCs und ca. 1,2 Milliarden Handys erzeugt, und ca. 200 Millionen PCs und 300 Millionen Handys weggeworfen. Entgegen allen Gerüchten über die Immaterialisierung der kapitalistischen Produktion verschlingt dieser Prozess riesige Rohstoffmengen (z.B. 10% der weltweiten Goldproduktion), und die Arbeitsbedingungen in der Produktion und Entsorgung sind katastrophal.
Die Einzelteile für die digitalen Maschinen werden in einem globalen arbeitsteiligen Prozess hergestellt. Diese in Neusprech sogennannte „globale Wertschöpfungskette“ ist streng hierarchisch aufgebaut. An der obersten Spitze der Hierarchie thronen die bekannten Markenkonzerne wie IBM, Nokia, Apple und Co., die den meisten Profit einstreifen. Die nächste Stufe bilden die Kontraktfertiger. Das sind Konzerne, die digitale Maschinen auf Bestellung für die Markenkonzerne fertigen. Um diese Kontraktfertiger besteht ein Netz von „High-Tech-Sweatshops“, in denen die arbeitsintensive Einzelproduktion sowie die Endmontage stattfinden.
Wie es sich für ein imperialistisches Gebilde wie die derzeitige Weltökonomie gehört, ist diese „Wertschöpfungskette“ entlang der imperialen Hackordnung aufgeteilt. Die Markenkonzerne residieren in den Metropolen USA, EU und Japan, mit einigen Inseln in Korea und Taiwan, die Sweatshops in den sich seit ewigen Zeiten auf der Schwelle befindlichen Ländern wie China, Mexiko, Singapur und anderen asiatischen Kleinstaaten. Die Rohstoffe kommen, wie seit 500 Jahren, aus den „Entwicklungsländer“ genannten Kolonien. Nicht nur aus dem traditionellen Bergbau, denn ist die digitale Maschine verbraucht, weil zu alt oder unmodern, wird sie als Elektronikschrott (EU: lOKg pro Einwohner/Jahr) in die Kolonien verfrachtet, unter katastrophalen Bedingungen recycelt, um erneut als Rohstoff in die „Kette“ einzugehen.
Ernst Kirchweger-Haus
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/Ecke Gudrunstrasse