Heraus zum 8.März 2008!
Manche können sich’s richten, verfügen über ausreichend Kapital oder haben einen Vorteil durch das Geschlecht!
Unten auf der Herrschaftsskala werden keine großen Sprünge gemacht, der Überlebenskampf bestimmt den Alltag. Unten wird produziert, da gärt es – oben wird der Rahm abgeschöpft; der klare, unverhohlene Begriff heißt Ausbeutung. (Mit der „Wohlfahrt“ endet die Ausbeutung ebenso wenig wie der Machismus mit der Courtoisie (Ritterlichkeit). Wohlfahrt und Zuvorkommenheit sind nur Strategien, um die Ketten fester zu schmieden – golden, aber Ketten in der Tat! Rosenwasser schafft keine Veränderung – war schon für Rosa Luxemburg eine Binsenweisheit.)
Wir, Frauen und Männer, leben heute im System des Spätkapitalismus (Imperialismus). Frauen werden allerdings noch verschärft unter Druck gesetzt, ein Faktor, den wir gemeinhin als Patriarchat bezeichnen. Das Patriarchat ist eine Herrschaftsform, in der die Männer den Ton angeben.
Der Patriarch hatte und hat die ökonomische Gewalt über die Familie (selten in der Geschichte konnten einzelne Frauen diese Funktion übernehmen). Familienformen und ökonomische Einheiten haben sich über Jahrhunderte gewandelt, aber immer war die Spaltung der Gesellschaft in Geschlechter den diversen Herrschaftsformen eine Stütze.
Eine klassenlose Gesellschaft ist eine Gesellschaft, die auch die soziale Geschlechterdifferenz abgeschafft hat – nicht per Absichtserklärung, Dekret oder Gesetz, sondern in der Praxis.
Wie aber sollen Patriarchat und Kapitalismus beseitigt werden?
– Arbeiter gegen das Kapital, Arbeiterinnen gegen das Patriarchat und die Summe ergibt dann die Revolution?
– Falsch! Denn so wichtig beide Seiten des Kampfes auch sind, müssen sie zu ein und derselben Sache verschmolzen werden.
Klassenfeindliche Frauen behindern die Emanzipation, chauvinistische Arbeiter zerstören jegliche Perspektive auf Herrschaftslosigkeit. Das unerträgliche Männergehabe muss aufhören und wir Frauen werden uns stets zu Recht dagegen wehren.
Das ist ein Aspekt unseres Kampfes, aber die eigentliche Front heißt: Kampf dem Kapital!
Gemeinsam müssen werktätige Frauen und Männer auf die Barrikaden. Wenige Streiks, kaum eine Revolte und keine Revolution (leider auch keine Konterrevolution) sind ohne die offensive Beteiligung von Frauen verlaufen. Keine einschneidende gesellschaftliche Veränderung war jemals ohne Frauen möglich, auch wenn das die patriarchale Heldengeschichtsschreibung nicht festgehalten hat.
In dem Bemühen, die sozialistische Revolution voranzutreiben, müssen die Arbeiterinnen mit ihren Genossen bewusst ihre eigene Geschichte gestalten. So wird das letzte Kapitel der patriarchalen Entwicklungsgeschichte, der Untergang des Patriarchats, von den Frauen festgeschrieben werden.
Keine Revolution ohne Frauen − keine Frauenbefreiung ohne Revolution!
März – FrauenMädchenLesben-Demo
Treffpunkt:
14h Europaplatz
innere Mariahilferstr. – Ecke Gürtel
Auftaktkundgebung mit Redebeiträgen und Musik.
Frauendemo – über Mariahilferstraße, Naschmarkt zur Oper